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Tipps für den Unterricht

Drei Gedächtnis­techniken für Ihren Unterricht

Diese drei Techniken können Sie schon in der nächsten Stunde ausprobieren. Sie brauchen dafür kein Material, nur ein paar Minuten und Mut zu verrückten Bildern.

Von Frank Grube · September 2026

Die Geschichten­technik

Für
Begriffe in einer festen Reihenfolge, zum Beispiel Fachbegriffe, Arbeitsschritte oder Vokabeln eines Themas

Aus einer Liste wird eine kleine, verrückte Geschichte. Jeder Begriff ist darin ein Bild, und jedes Bild führt zum nächsten.

So geht es

  1. Machen Sie aus jedem Begriff ein Bild, das man sehen, hören oder fühlen kann.
  2. Verbinden Sie die Bilder zu einer kurzen Geschichte. Jedes Bild tut etwas mit dem nächsten.
  3. Übertreiben Sie. Je lustiger oder seltsamer die Geschichte ist, desto besser bleibt sie hängen.
  4. Gehen Sie die Geschichte einmal im Kopf durch und fragen Sie die Begriffe dann ab.

Beispiel

Aus Apfel, Leiter, Trompete und Elefant wird: Ein riesiger Apfel lehnt an einer Leiter. Oben bläst jemand so laut in eine Trompete, dass ein Elefant erschrickt. Die ganze Geschichte mit zehn Begriffen können Sie im Gedächtnistest auf der Startseite ausprobieren.

Im Unterricht: Lassen Sie die Klasse eigene Geschichten erfinden. Selbst erfundene Bilder bleiben am besten hängen.

Der Gedächtnis­palast

Für
längere Listen und Stoff, der lange sitzen soll, etwa die Gliederung eines Referats oder die Schritte eines Versuchs

Sie legen Bilder an vertrauten Orten ab und holen sie auf demselben Weg wieder ab. Diese Technik heißt auch Loci-Methode, nach dem lateinischen Wort für Orte.

So geht es

  1. Wählen Sie einen Weg, den alle gut kennen, zum Beispiel durch den Klassenraum: Tür, Tafel, Fenster, Pult.
  2. Legen Sie an jeder Station ein Bild für einen Begriff ab.
  3. Lassen Sie das Bild mit dem Ort etwas Ungewöhnliches tun. Das macht es einprägsam.
  4. Zum Erinnern gehen Sie den Weg im Kopf ab. An jeder Station wartet das nächste Bild.

Beispiel

Die Epochen der Geschichte: An der Tür steht eine Säule aus Marmor (Antike). An der Tafel lehnt ein Ritter (Mittelalter). Am Fenster druckt jemand Bücher (Frühe Neuzeit). Auf dem Pult klingelt ein Smartphone (Moderne).

Im Unterricht: Der Klassenraum eignet sich gut als erster Gedächtnispalast, weil alle ihn jeden Tag sehen.

Schlüssel­wörter für Vokabeln

Für
Vokabeln und Fachbegriffe, die fremd klingen

Ein deutsches Wort, das ähnlich klingt, wird zur Brücke. Es verbindet den fremden Klang mit der Bedeutung.

So geht es

  1. Suchen Sie ein deutsches Wort, das ähnlich klingt wie die Vokabel. Das ist das Schlüsselwort.
  2. Verbinden Sie das Schlüsselwort in einem Bild mit der Bedeutung.
  3. Beim Abfragen führt der Klang zum Bild und das Bild zur Bedeutung.

Beispiel

Französisch la plage heißt Strand und klingt wie das deutsche Wort Plage. Bild: Am Strand ist es eine Plage, überall summen Mücken. Und Latein mensa heißt Tisch. Bild: In der Mensa stehen lauter Tische.

Im Unterricht: Sammeln Sie Schlüsselwörter gemeinsam an der Tafel. Oft haben die Schülerinnen und Schüler die lustigsten Ideen.

Gut zu wissen

Damit es im Kopf bleibt

  • Wiederholen gehört dazu

    Gehen Sie die Bilder am nächsten Tag und nach einer Woche noch einmal durch. Das geht schnell, weil die Bilder schon da sind.

  • Bei Förderbedarf

    Geben Sie mehr Zeit für die Bilder und lassen Sie sie zeichnen oder vorspielen. Mit wenigen Begriffen am Anfang kommen die ersten Erfolge schnell.

  • Es gibt kein falsches Bild

    Wichtig ist nur, dass das Bild für die Person funktioniert, die lernt. Was für andere seltsam klingt, darf bleiben.

In meiner Fortbildung probiert das Kollegium diese und weitere Techniken selbst aus, mit Beispielen für viele Fächer. Zur Fortbildung

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wenn Sie mehr möchten, komme ich gern zu Ihnen ins Kollegium.

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